coordinatius

Wer bist Du? 

Ich cache als coordinatius, und seit drei Jahren meistens mit Ira zusammen (aber mit eigenem Account), eigentlich an jedem freien Tag. Von 2008 bis Herbst 2021 war immer mein Hund dabei, er hat mit mir mehr als 10000 Caches gefunden. Ich suche alle Typen, aber Earthcaches lasse ich nie aus. Adventures finde ich meist zu langweilig, aber man macht sie ja doch, nicht zuletzt um wieder ein paar Favos für richtig gute Caches zu haben. Ich habe insgesamt mehr als 200 Caches ausgelegt (s.u.)

Begonnen habe ich mal in den Ferien mit der Familie, aber die Kinder/Frau haben damals nie angebissen.

Wo gehst Du cachen?

Ich musste meine Homezone mittlerweile recht stark erweitern. Zu Beginn, 2008, konnte ich mit meinem Hund noch zu Fuss von zu Hause los, dann ganz lange wenige Minuten Autofahrt. Das geht jetzt nicht mehr. Für 1-2 Stunden muss ich gar nicht daran denken, cachen zu gehen. Nach etwa einer Fahrstunde hat es aber überall noch ganz viele Caches, ich bin dann nicht so wählerisch. Und für einen ganzen Tag gibt es immer noch viele Ziele, allerdings schon immer mit etwas Fahrzeit. 

In den Ferien cache ich immer und überall, oft werden mittlerweile die Ziele anhand von Cacherkriterien festgelegt (v.a. MEGA-Events oder ganz spezielle Caches). Mich interessiert einfach alles, was man so auf der Erde sehen kann, eher im ländlichen Raum. In meinen Ferien schaue ich immer umher, und selten in ein Buch oder Museum…. Ich begeistere mich gleichermassen für eine Höhle wie für einen Kanal, für eine alte Fabrik oder für jegliche Tafeln eines Lehrpfades…

Welche Typen cachst Du und warum?

Ich mache alles, was sich gerade anbietet. FTF haben ihren Reiz verloren, als die Homezone quasi voller Caches war und v.a. als die Reviewer nicht mehr berechenbar nach dem Nachtessen Caches publiziert haben (und vorher nicht). So trifft man heute beim FTF kaum mehr andere Cacher. Die Anzahl FTF interessiert mich nicht und weiss ich auch nicht, da ich sie nicht kennzeichne im Fundlog. An meinen ersten FTF erinnere ich mich aber noch gut. Das war halt so eine Phase. Für das Lösen der Rätsel fehlt mir oft etwas die Geduld, aber ich kenne genügend Cacher*innen, da wird einem dann schon geholfen. Ich wandere gerne, fahre gerne Velo, lerne gerne neue Orte kennen.

Mit welcher Ausrüstung ziehst Du los?

Da hat sich einiges angesammelt. In meinem Cacherrucksack hat es: Sackmesser, Stift, Multitool, Powertape, Ersatzdosen und -Logbücher, UV-Lampe, Taschenlampe, Stirnlampe, Draht, Schnur mit Magnet, Magnetstab, Powerbank, Ladekabel, Baumwolltüchlein für Cachetrocknung, faltbarer Hundenapf, 1.5l Wasser

Seit ca. 3 Jahren cache ich nur noch mit der App Cachly und GCBuddy auf dem iPhone. Diese zwei Apps haben das Cachen fast revolutioniert, v.a. auch den Austausch in der Gruppe, für Multis und hochauflösende Karten. Unlimitiertes Datenvolumen für ganz Europa leiste ich mir aus Überzeugung, man könnte aber auch alles im WLAN des Hotels vorgängig für offline herunterladen.

Das Garmin ist viel zu umständlich und muss vorgängig mühsam über die Computerschnittstelle gefüttert werden. Nur für Powertrails mit Velohalterung ist das Garmin unschlagbar (auch wegen der one-touch Funktion “nächster Geocache”) sowie das Routing Ich speichere im Feld immer einen Entwurf und schreibe möglichst individuelle Logs zu Hause mit 10-Fingersystem am Computer. 

Im CM hat es dann noch ganz viel mehr: div. Ersatzbatterien, Logbücher, Dosen, Ersatzlampen, UV-Stift, ; Watthosen, Auszugsleiter, Angel, das ganze Baumkletterzeug inkl. Bigshot. 

Über solche Fragen unterhalten sich Neucacher*innen am besten an einem Event mit einem erfahrenen Cacher!

Loggen

Ich logge im Feld immer nur Entwürfe und formuliere am Abend einen Tagestext und DAVOR 1-3 individuelle Sätze. Das ist zumindest das Ziel, welches bei Powertrails oder sehr langweiligen Verstecken/Dosen nicht immer erreicht wird. 

Ich habe alle über 100000 Fundlogs bei meinen eigenen Caches zumindest überflogen und erlaube mir auch ab und an, Cacher mit Emoji-Logs oder TFTC, etc. anzuschreiben. Da habe ich einen Standardtext entworfen, der erklärt, wieso ich ihren minimalistischen Log schade finde. Stichwort “einziger Lohn für die Mühen der Owner”. Auch sonst schreibe ich im Messagecenter manchmal Cacher an, die in ihrem Log etwas geschrieben haben, das eine Antwort verdient.

Let’s talk numbers!

Ich erinnere mich noch gut, wie ich meinen 50./100./500./1000./2000./3000./10000. Fund gefeiert und zelebriert habe (ziemlich genau diese Zahlen!). Seit dem 10000. Fund hat sich die Statistik für mich erledigt. Auch die ganze Füllerei von Matrixen hat sich nach dem ersten Mal erledigt. Nun bin ich intensiver Genusscacher. Und trotzdem hat sich meine Fundzahl pro Jahr noch jedes Jahr vergrössert…. Für eine Challenge habe ich noch nie meine Suche angepasst. Die allermeisten Challenges erfüllt man einfach, wenn man mal 10000 Funde hat, oder so.

Events

Es gibt im Cacherleben so Phasen: Man beginnt ganz alleine ein paar Caches zu suchen, trifft später mal ein paar Cacher, geht dann mal mit Cachern auf eine gemeinsame Tour, geht kaum mehr alleine Cachen, geht auf Events, dann auf MEGAs, etc. 

Im Moment reizen mich MEGAs sehr, wobei ich jeweils bewusst am Eventtag keine Cachertouren einplane, sondern viel lieber auf dem Eventgelände herumhänge (da hat es ja die LABs im ursprünglich gedachten und erfundenen Sinne!) und Leute treffe und mit Gleichgesinnten quatsche. Im Französischen steht in jedem Listing eines Events: Partageons ensemble ce moment de convivialité, venez partager votre bonne humeur pour des moments inoubliables autour de notre passion commune. Also das Zusammensein, über das beste Hobby der Welt reden, zufrieden sein…

Nie würde es mir einfallen, für 30min. auf deinem MEGA schnell das Logbuch zu signieren und durch das Gelände zu eilen und dann den Tag beim Cachen zu verbringen. Cachen kann ich an jedem anderen Tag, aber doch nicht, wenn man so viele Gleichgesinnte treffen kann!

Trackables

Manchmal discovere ich sie, habe auch ein paar losgeschickt (mit geschenkten TB-Codes). Richtig sinnvoll finde ich TBs nur am Auto und auf meinem T-Shirt. 

Ganz daneben finde ich Listen von TBs, die im Announcement eines Event von einem Owner publiziert werden (weil die eben nicht nur die Eventteilnehmer sehen, sondern jeder, der sich die Announcements aller Events als Watchlist eingerichtet hat!!!) Nur Listen in Facebook sind noch schlimmer. Aber eigentlich funktioniert die Idee der TBs heute nicht mehr. 

Was findest Du insgesamt am Geocaching am tollsten?

Ich suche gerne und ich liebe die Ungewissheit, was ich als Nächstes finden werde: Ein schimmliges Logbuch oder der ultimative Technikcache? Die Idee der Favos ist super (Weil man immer knapp an Favos ist, werden sie nur an wirklich gute Caches vergeben). Umgekehrt sind die Sterne bei den Adventures völliger Unsinn, da jeder bei jedem 5 Punkte vergeben kann.

Daneben ist die Reiseführer-Funktion toll: Einheimische zeigen einem ganz viele Orte, die ich als Fremder nie gesehen hätte. Ein paar davon sind einfach nur genial, viele andere nicht, aber das ist egal.

Dein Owner-Dasein 

Als coordinatius habe ich 75 Caches publiziert (davon sind einige Events oder mittlerweile archiviert) und als RundwegWinterthur nochmals 140. Ich lese alle Logs und nerve mich über Sofalogger (denen ich das auch manchmal mitteile). Aber ich mag nicht Polizist spielen, also kontrolliere ich die Einträge in den Logbüchern nicht und lösche auch keine Logs.

Geocachen ist aus meiner Sicht ein vergleichsweise günstiges Hobby, wenn man das Auto nicht nur für das Cachen kauft und auch sonst Ferien oder Hotelübernachtungen machen würde. Aber klar habe ich schon hunderte € ausgegeben für Cacherzeugs.

Drei Wünsche an Groundspeak

Was sollte anders sein (Außer Attributen für Angel-Caches und die Größenangabe “Nano”)?

Genau diese zwei fehlen am Meisten! 

  1. Ich hätte gerne einen echten neuen Cachetyp, aber finde nicht heraus, was das sein könnte (ist eben nicht so einfach!). Ev. Labbonus als eigene Kategorie? Oder neben ECs Spezialcaches mit anderem Thema, z.B. Nachhaltigkeit, Architektur, Industriedenkmal, etc. 
  2. Die Webcam-Caches wieder erlauben. Sehe nicht, warum die nicht gehen sollten.
  3. Statt Souveniraktionen/Adventures und Virtuals verschenken mal wieder etwas machen, das die erfahrenen Cacher erfreut! Reach the peak z.B. hatte ich immer am ersten Cachertag des Monats schon erfüllt, gähn.

Die aktuellen Bemühungen um Cachequalität gehen in eine gute Richtung. Man könnte mal alle Caches anzählen, bei denen die Owner die Maintenancemails nicht lesen.

Deine Empfehlung für Neucacher?

Die Filme anschauen, welche auf der Homepage angeboten werden, möglichst schnell mal mit einem erfahrenen Cacher auf eine Tour mitgehen, an einem Event alle Fragen stellen (Cacher geben immer bereitwillig Auskunft!), Lesen, lesen, lesen. 

Und bitte nicht zuerst in Facebook fragen!!! Dort wenigstens die Suchfunktion benutzen.

Empfehlungen

Das ist sinnlos, wenn der empfohlene Cache weit weg ist! Einfach die Anzahl Favoriten oder noch besser das Verhältnis anschauen (ist in jedem Listing aufgeführt und kann man auch danach filtern (Verhältnis wohl nur bei GC-Project oder so, nicht auf der Homepage)

Anfänger, die nicht Premium sind, haben meist keine Ahnung, wie vielseitig Geocaching ist, weil sie in der App nur Tradis und nur bis D2/T2 sehen (also alle coolen Caches tendenziell nicht, nur das Langweilige, das Powercacher als Favoritenspende loggen.)

An einem lokalen Event herumhören, was man in der Gegend so machen sollte. 

 

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