sauerstoff

Wer bist Du? 

        

Ich bin Karsten Sauer, mein Nick „sauerstoff“ leitet sich aus meinem Nachnamen ab, denn was ich so produziere ist eben der Sauerstoff. Den verwende ich seit vielen Jahren auf allen möglichen Plattformen und so auch bei geocaching.com. Ich stehe total auf straighte Tradis, weil ich keine Lust auf Rätseln habe und das fängt für mich schon beim Lösen von Multis an. Drum bezeichne ich mich auch eher als fortgeschrittenen Anfänger, wurde aber von erfahreneren Cachern als „Muggel“ beschimpft. Ich bin total gern selbst Owner und versuche, den nächsten Cache immer etwas besser als den vorigen zu machen.

Zum Geocaching gekommen bin ich durch meinen Sohn, der das Thema irgendwann angeschleppt hat. Ihn hat die Lust recht früh verlassen, aber ich bin dem Hobby verfallen. 🙂

Auchso: Und ich stehe total auf Munitionskisten. Ich finde es großartig, aus so etwas Brachialem ein (im erweiterten Sinne) Spielzeug zu machen:

Die letzte Box heißt „Rotkäppchen“ und wartet noch auf ihren dauerhaften Einsatz im Wald.

Wo gehst Du cachen?

Ich cache rund um Vorarlberg und Marburg in Hessen. Das ist insofern klasse, dass ich auch gern mal tolle Dinge, die ich in einer Region gesehen habe in der anderen adaptiert selbst an den Start bringen kann. Außerdem bin ich für Trackables ein idealer Kilometer-Produzierer.

Interessant finde ich auch die regionalen Unterschiede in den Caches, der Logweise und dem, was so ausgebracht wird. So viele Angelcaches wie in Hessen habe ich zum Beispiel im Bodenseeraum bisher noch nicht gesehen.

Welche Typen cachst Du und warum?

Ich bin aktuell noch total fixiert auf Tradis und finde auch, dass das trotz aller geringschätziger Sprüche aus meinem Umfeld völlig in Ordnung ist. Das ist der Teil der Spiels, den ich als Kern empfinde und auch so spiele. Wenn jemand gern Rätsel löst, um eine Dose zu finden oder dafür gar x Stationen absolviert: Viel Spaß dabei. Ist halt nicht meins.

Mit welcher Ausrüstung ziehst Du los?

Ich bin seit Beginn tatsächlich nur mit dem iPhone unterwegs und verwende die Standard-App. Das reicht mir vollkommen. Ach, ja: Den Kuli vergesse ich oft. Aber irgenwo ist dann irgendwie immer noch einer da.

Loggen

Bei den gefühlt dahin geworfenen Petlingen kommt mir auch nicht viel mehr als eine kurze Zeile mit einem „TFTC“ über die Tastatur. Wenn es dann schon ein kleiiiiines Bisschen kreativer wird sitzt bei mir der Favoritenpunkte-Daumen locker und ich verteile die Punkte großzügig. Wenn ich total geflasht bin wie bei den Caches von TCapitano, den Goonies also und der Fitnesspause und Spaßpause, dann speichere ich mir den Entwurf und logge mein Loblied lieber am Abend auf dem Sofa. Aber spätestens dann wird auch geloggt. Mein Logstau ist nie länger als ein paar Stunden.

Was Neucacher so abliefern finde ich natürlich vor dem Hintergrund der gewohnten Logs schade, kann aber ABSOLUT verstehen, dass Neucacher es einfach nicht besser wissen. App installiert, losziehen und nach dem Fund mit einem Mussfeld konfrontiert sein. Da wird es halt manchmal einfach nur ein Emoji oder ein rausgepresster kurzer Satz. Völlig ok.

Wenn mal einer von denen fragt, wie das eigentlich alles zu funktioniert sollten wir halt erklären und Geduld haben statt gerumzukritteln, wie viele es leider machen und den Neulingen das frisch geweckte Interesse verderben.

Let’s talk numbers!

Mir waren bis zu meinem Tausender auch Runden willkommen, weil ich irgendwann dann mal die 1.000 Funde überschreiten wollte, für meinen inneren Monk und Sportler, ein Bisschen auch, um in der Runde ernster genommen zu werden. Bis dahin habe ich mich als fortgeschrittenen Anfänger betrachtet, der ich jetzt nach 1.400 Funden auch noch bin.

Allerdings bin ich deutlich entspannter geworden und filtere in einer neuen Gegend, in der ich losziehe erst mal nach Größen „Normal“ und „Large“ und dann nach mindestens einer gewissen Anzahl an Favoritenpunkten. Wenn die großen Qualitätskisten in einer Gegend abgegrast sind hangele ich mich dann auch gern von kleiner Dose zur Nächsten.

Der Zahlenwahn mancher ist echt bizarr, weil da in großen Teams losgezogen wird und einzelne Cacher Caches loggen, die sie nie zu Gesicht bekommen haben. Sollen sie halt machen, aber die bescheißen sich letztlich nur selbst. Nicht mein Ding.

Mehr Zahlen gefällig? Ganz unten im Betrag findest Du meine Zusammenfassung von Project-GC.

Events

Ich bin erst seit kurzem auf Events und habe mir bis dahin fast alles selbst aneignen müssen mit all den Pannen, die dazu gehören. Nunja. Umso mehr genieße ich mittlerweile Events, auf denen ich dann auch mal Cacher wieder treffe. Interessant finde ich, dass manche mich spontan mit meinen manchmal recht Meinungsstarken Logtexten verbinden. Nunjaaah.

Trackables

Trackables habe ich bis vor zwei Jahren links liegen lassen, bis mich das System dann doch soweit interessiert hat und ich selbst angefangen habe, TB mitzunehmen und reisen zu lassen. Bis dahin habe ich mich durch TB bis zum Logbuch durchgewühlt und bin dann weiter gezogen. Ich finde das Konzept sensationell, und habe mittlerweile ein paar Dutzend eigene TB auf der Strecke. Ich freue mich dann wahnsinnig, wenn jemand lustige Fotos zu ihren Logs hinzufügen, so wie dieses hier von meinem „It’s-a-me, Mario!“.

Allerdings logge ich nur das Mitnehmen und Ablegen von Trackables. Discovern mache ich nur manchmal und das Mitnehmen zu Caches finde ich einen sonderbaren Mechanismus, dem ich nichts abgewinnen kann.

Beim Aussenden jedes Trackables verabschiede ich mich komplett von dem Racker und gehe einfach mal davon aus, dass er iregndwann auf dem Weg verloren gehen wird. Umso mehr freue ich mich überwahnsinnige Kilometerleistungen, gerade in Zeiten, in denen ich selbst nicht reisen konnte.

Ein paar meiner zuletzt ausgebrachten Dosen sind auch TB-Hotels und ich freue mich über jeden einzelnen Gast!

Ein nettes Erlebnis war ein TB-Owner, der sich so über das Foto gefreut hat, das ich von seinem Reisenden gemacht habe, dass er mir den selbstgemachten, baugleichen noch einmal hergestellt und mir aus Frankreich geschickt hat! Das war toll.

Ich mache möglichst von jedem TB, den ich in der Regel aus Rhein-Main an den Bodensee mitnehme Fotos am Ufer und füge sie meinem meinen Logs bei. Da bekam ich auch schon Dankesnachrichten.

Was findest Du insgesamt am Geocaching am tollsten?

Der eine steht auf die Bewegung in frischer Luft, der andere auf Rätseln und Events. Was macht das Hobby für Dich so wunderbar?

 Das tollste am Hobby sind für mich im wesentlichen drei Dinge: 

  1. Ich weiß nie, was mich am Grund Zero erwartet. Es ist jedes Mal toll, sich in eine komplett neue Location einzufinden und sich zurecht zu legen, wie ich wohl am besten zu meinem Fund komme. Und das geschieht ja mit allen Sinnen. Automatisch ruft man seine Erfahrung ab und je nach Tagesform entscheidet man ja auch, wie man das Gelände angeht und in welche Suchorte man wieviel Energie steckt.
  2. Das Erfolgserlebnis. So einfach es klingt, aber die Freude nach einer Suche dann endlich grinsend das Aha-Erlebnis zu haben ist toll. Kleine Endorphin-Shots. Mal kleinere, mal größere.
  3. Das Staunen über die große Fantasie und Arbeit, die manche Cacher in ihre Dosen stecken. Gerade in den letzten Wochen stand ich vor Caches, die so aufwändig und liebevoll gebaut wurden, dass ich fast Pipi in den Augen hatte. Großer Dank und Grüße gehen an der Stelle an den Owner TCapitano. Made my weekend neulich!

Dein Owner-Dasein 

Aktuell sind 24 aktive Caches von mir in freier Wildbahn. Teils simple Tradis an fantastisch schönen Orten hier im Bodenseeraum. Ein paar kleine Multis, die schöne Spaziergänge und Kopfzerbrechen bedeuten und Spaß beim Abarbeiten. Auf dem Berg Staufen bei Dornbirn habe ich eine Gipfelrunde liegen, die im Sommer recht fleissig geloggt wird.

In letzter Zeit habe ich auch ein paar fantasievollere Dosen ausgebracht, in denen auch ein paar Euro versenkt sind. Aber alles mit unteren und mittleren zweistelligen Bereich. Da sind andere ja deutlich mutiger unterwegs. Allerdings fehlen mir die handwerklichen Fähigkeiten, um da größer zu Werke zu gehen. Drum bleibt es bei kleinen, möglichst smarten Dosen, wie dem Pipeline Palace, dem C*A*C*H*E 4077 oder der Power Flower.

Meine Wünsche an Groundspeak

Wenn ich mir zwei Dinge von Groundspeak wünschen könnte wären das:

  1. Steckt mehr Geld in die IT und entwickelt erstens die Frontends App und Web konsequent weiter. Es ist gruselig, mit welchen Bedienelementen man da in 2022 noch konfrontiert wird oder wie inkonsequent neue Features z. B. nur im Web angeboten werden. IT wird bei Groundspeak scheinbar sträflich vernachlässigt.
  2. Pimpt eure Suchmöglichkeiten deutlich weiter. Es ist nervig, wieviele Workarounds man braucht, um eine schöne Tagestour zu planen.
  3. Runden bitte als solche anlegen und anzeigen können!

Deine Empfehlung für Neucacher?

Mit Corona kam eine große Menge neuer Mitspieler zum Geocaching und haben hier und da für Schmunzeln, aber auch für Stirnrunzeln gesorgt. Ich finde, dass man als fortgeschrittener Anfänger und erst Recht als erfahrener Spieler die Hand reichen und helfen muss. Meine Empfehlungen habe ich schon vor einer Weile hier niedergeschrieben.

Ein Auszug:

(…)

  • Präge Dir genau ein, wie der gefundene Cache platziert wurde. Platziere ihn nach dem Loggen möglichst genau da wo Du ihn gefunden hast. Der Owner wird sich Gedanken gemacht haben, warum er ihn genau dort platziert hat. Klar – wenn vor euch ein sogenannter „Besserverstecker“ da war habt ihr keine Chance zu wissen, wie die Platzierung gedacht war. So wird jemand genannt, der eigenmächtig einen anderen Versteckort wählt, weil er der Meinung ist, dass er dort besser aufgehoben ist.

  • Schreibe möglichst nette Logeinträge, wenn alles in Ordnung war und es vielleicht besonderen Spaß gemacht hat. Owner freuen sich wahnsinnig über wortreiche und herzliche Logeinträge.

  • Spoilere nicht. Achte darauf, in deinen Logs keine unnötigen Hinweise auf den genauen Versteckort zu nennen. Auch solltest Du kein Foto des Behälters in den Logeintrag aufnehmen. Suchende durchforsten bei anfänglichem Misserfolg gern mal die vorangegangenen Logs. Und allzu leicht soll es nun auch wieder nicht sein.

(…)

Empfehlungen

In Rhein-Main und Mittelhessen sind mir in den letzten Monaten ein paar Caches wiiiirklich im Gedächtnis geblieben, weil ich Bauklötze gestaunt und viel gelacht habe:

Das TB Hotel High-Tension war Inspiration gleich für zwei meiner jüngeren Caches.

Die Hexa Gruppe 2a liegt auf einem Gelände, auf dem im zweiten Weltkrieg Sprengstoff hergestellt wurde. Das ganze Areal ist beeindrucken, aber der Cache ist simpel, aber eindrücklich.

Das TB-Hotel Lützellinden hat mir großen Spaß gemacht. So viel Spaß, dass ich beim Rückbau fast den Schlüssel in meiner Hosentasche verschlampt habe.

Der Log-Pfosten ist ein kleiner Mini-Multi an einer einzigen Stelle. Riesenspaß!

Der Name des Caches Hügellangschaft #2 wird dem, was man vorfindet nicht im Ansatz gerecht. Das war mein erster Cache an einem Lost Place – zudem habe ich mit einer solchen „Einrichtung“ an solcher Stelle nie gerechnet. Keiner der Finder, da bin ich sicher.

Ok, jetzt kommt die Oberliga:

Die Caches Daniel Düsentrieb: Pausenspaß und Fitnesspause, TB-Hotel Southern Star und die Goonies sind an einem Nachmittag locker machbar und haben mich den Rest des Wochenendes selig grinsen lassen. Aber vorsicht: Danach kommen dir die nächsten Dosen womöglich ein Bisschen trivial vor. Aber das ist es wert!

Glück hatten wir an diesem Tag, dass wir ihn bei der Weihnachtsbäckerei beenden konnten. Sensationelle Logmethode – das ganze Jahr hindurch.

Adventure Labs

Anfangs fand ich Adventure Labs langweilig und eher störend auf der Karte. Und die Zählung ist ein Witz, weil eine Station in der Regel locker durch Ablesen abgearbeitet wird, während man selbst den simpelsten Tradi zum Teil aufwändig suchen muss. Nunja. Manche machen tatsächlich auch Spaß und nachdem ich nun auch selber einen legen darf muss ich es erst mal besser machen. Mal sehen, ob mir das gelingen wird. Ein Konzept habe ich schon…

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