Ingmar

Wer bist Du? 

  

Moin! Ich bin Ingmar und habe meine Homezone in den Kreisen Segeberg und Stormarn nördlich von Hamburg. Ich bin seit 2009 dabei, mal mehr, mal weniger intensiv, seitdem mir ein Freund von diesem Geocaching erzählt hatte. Anfangs noch ganz ohne GPS übrigens, sondern nur mit Google Maps. Da ich hier zugezogen bin, war Geocaching perfekt geeignet, die Gegend kennenzulernen und es hat sich im Laufe der Jahre zu einem richtigen Hobby entwickelt, über das ich viele tolle Menschen kennengelernt habe und aus dem sogar ein Blog erwachsen ist.

Wo gehst Du cachen?

Meine Homezone, die ich im Umkreis von 10 – 15 km verorten würde, ist nach über 12 Jahren nur noch entsprechend dünn bedost, aber irgendwie findet sich immer noch ein Döschen zum Besuchen, zumal die TÜV – Typisch Üblichen Verdächtigen – auch nach so vielen Jahren immer noch mit neuen Cacheideen aufwarten. Ich habe aber natürlich auch außerhalb der Homezone “Jagdreviere”, zu denen ich immer wieder mal fahre, aber auch immer wieder in Gegenden, in denen ich noch nicht war. Allerdings nur in einem gewissen Radius, maximal ein Tagesausflug, eher weniger, weil mich die Fahrerei dann doch nervt. Und der Cache, für den ich eine Anfahrt > 100 km machen würde, ist mir noch nicht begegnet. Im Urlaub ziehe ich mir vorher Pocket Queries und gehe dort Caches suchen, wo ich gerade bin.

Welche Typen cachst Du und warum?

Für mich ist erst einmal die Gegend entscheidend oder die Dosengröße, am besten in Kombination. Lieber 5 Petlinge im Wald als ein Regular in der Stadt. Anders herum aber auch lieber den einen Regular mitten im Wald statt 10 Pets in der Stadt. Am liebsten mache ich Multis ohne viel Schnickschnack, Tradis natürlich auch. 

Zu Mysteries habe ich ein ambivalentes Verhältnis, ich lege zwar viele, tue mich aber bisweilen  sehr schwer mit ihnen, schaue mir aber die neuen in der Hood zumindest mal an und löse sie dann auch(meistens). Ein Steckenpferd von mir ist, dass ich auch immer schaue, ob es nicht einen alternativen Lösungsweg gibt, zum Beispiel über Schwachstellen in der Formel, kurzum: Es ist kompliziert. 

Meine Allerlieblingssorte sind aber immer noch LBHs (Letterbox-Hybride) mit Wegbeschreibung, vielleicht, weil’s nur so verdammt wenige davon gibt.

Ein paar FTFs habe ich auch schon, aber so richtig jagen tue ich die nicht. Was nicht heisst, dass ich mich nicht freue, wenn ich mal als erster vor Ort war.

Mit welcher Ausrüstung ziehst Du los?

Für den seltenen Fall eines Spontancachings habe ich die GC-App installiert. Ansonsten ziehe ich mit einem Oregon 450 los. Angefangen habe ich damals mit der App Geo Beagle, damals war der GPS-Empfang von Smartphones aber eher, naja… So besorgte ich mir nach kurzer Zeit einTrex Vista HCx, das immer noch in meinem Besitz ist und gerade neulich wieder zum Einsatz kam, es ist ein echter Klassiker, von dem ich mich auch nicht trennen werde.

Ansonsten habe ich Stempel und Stift mit, meistens noch ein Notizbuch, Ersatzakkus, Trinkflasche, ab und zu Tradeitems(wenn es wahrscheinlich ist, einen entsprechenden Cache zu finden). Transportiert wird das alles in einer Umhängetasche eines namhaften Herstellers, wo dann auch alles an ECGA reinkommt, also Magnetstock, Haken, Lampen, UV-Lampe, Edding, Draht, Teesieb etc. – aber nur, wenn sie explizit im Listing erwähnt wird, ich ziehe gerne mit leichtem Gepäck los.  Nur die Cacheangel, die kommt nie mit ins Gepäck, aus irgendeinem Grunde mag ich keine Schwengelcaches, wie ich sie liebevoll nenne.

Loggen

Früher galt die Maxime “Je länger, je besser”, davon bin ich wieder abgekommen. Ich versuche immer, ein dem Cache entsprechendes Log zu erstellen, was teilweise echt schwer ist, wenn mir denn nun gar nix zu einem Petling an irgendeinem Zaunpfahl einfällt. Caches, die mich länger beschäftigen also längere Multis, knifflige Mysteries etc., aber auch einfach gut gemachte Caches kriegen dann auch mal einen halben Roman als Log. Und wenn es was gibt, was nachfolgende Cacher interessieren könnte, abweichende Koordinaten nicht(mehr) passender Hint etc., dann vermerke ich das. DNF und NM zu loggen traue ich mich auch. Zu Emoji-Logs fällt mir nur 💩 ein. Ein paar Emojis / Smileys sind OK, leider übertreiben einige Cacher – und bei Weitem nicht nur Newbies – es damit.

Let’s talk numbers!

Ich habe in den gut 12 Jahren eine niedrige vierstellige Fundzahl erlangt, aber so richtig interessieren tut es mich nicht. Bei Favoritenpunkten schaue ich schon hin, hat der avisierte Cache viele FPs, wie viele FPs habe ich bekommen? Aber so wirklich interessieren tut es mich nicht, auch meine Matrix könnte ich jetzt nicht auswendig aufsagen oder welche Tage mir noch im Kalender fehlen.

Events

Mit Events halte ich es wie mit dem Cachen, meistens alleine. Also eher nicht, allenfalls eine niedrige einstellige Zahl pro Jahr, wenn überhaupt. Wenn ich aber da bin, macht es meistens auch Spaß, so wie zufällige Begegnungen beim cachen. 

Trackables

Trackables weiterreisen zu lassen, ist im Laufe der Jahre immer schwieriger geworden, weil es einfach immer schwieriger wird, eine vertrauenswürdige Dose hinreichender Größe zu finden. Meistens discovere ich die nur und nehme sie nur mit, wenn ich davon ausgehe, in absehbarer Zeit eine entsprechende Dose anzugehen oder eine Wartung ansteht, bei der ich das Teil dann in einem meiner eigenen Caches platziere. Ich habe bisher einen Trackable losgeschickt, der nach einiger Zeit geklaut wurde, dann aber nach ein paar Jahren plötzlich wieder auftauchte und sogar den Weg zu mir gefunden hat, mit persönlicher Übergabe. Generell sollte man davon ausgehen, dass ein ausgesetzter Trackable auf eine Reise ohne Wiederkehr geht.

Was findest Du insgesamt am Geocaching am tollsten?

Ganz klar die Bewegung an der frischen Luft, das Ausknobeln neuer Caches, neue Gegenden kennenlernen und auch die Menschen, die dieses seltsame Spiel ebenfalls betreiben.

Dein Owner-Dasein 

Ich lege bevorzugt Dosen, die ich auch gerne finden würde: Möglichst muggelarm und im Wald gelegen, robuste Dosen, die groß genug für ein Logbuch sind. Meine Caches haben oft einen nerdigen Touch, Verschlüsselungen, Logik-, Hex- und Binärrätsel, Horror, Science-Fiction, Drei Fragezeichen etc. pp. Früher habe ich auch ein wenig gebastelt, bin im Laufe der Jahre aber davon abgekommen, weil’s auf die Dauer einfach frustrierend ist, wenn wieder mal etwas zerstört wurde. 

Ich lege hauptsächlich Multis, Mysteries und gelegentlich  LBHs. Die Kosten dafür halten sich im Rahmen: Dose, Logbuch, Stift, ein paar Tradeitems, fertig. Das alles wird auch gleich als Verlust abgeschrieben, denn in der Regel archiviere ich meine Caches wegen Dosenklau oder Zerstörung. Der Vorteil bei Multis und LBHs ist, dass die Besucherzahlen sich schnell auf einem niedrigen Niveau einpendeln, so dass sie auch entsprechend wartungsarm sind, bei meinem dienstältesten Multi musste ich kürzlich nach 10 Jahren erstmals das Logbuch tauschen, und das auch wegen Siff und nicht weil es voll war.

Wartung gehört für mich zu den Essentials, jeder Cache – mit Ausnahme der gut laufenden, regelmäßig geloggten –  wird mindestens 1x im Jahr aufgesucht, bei Problemen versuche ich, zeitnah zu reagieren.

In der Regel lese ich auch alle Logs meiner Caches, so viele sind es ja nicht und bei Neuerscheinungen lässt es auch sehr schnell nach. Bei Einheits-, Kurz- oder Nulllogs hingegen gucke ich gar nicht mehr hin, da kenne ich meine Pappenheimer inzwischen. Die Couchlogger, die sich mit eintragen lassen, oder sich wechselweise eintragen, um durch Kumulation fantastische Fundzahlen zu erreichen, sind bekannt und werden  wie die anderen Pappenheimer mit einem Mailfilter bedacht, der entsprechende Mails aus dem Posteingang gleich aussortiert.

Drei Wünsche an Groundspeak

  1. Schafft Anreize für die Owner, gute Caches zu legen. Das beinhaltet auch Einstiegsvoraussetzungen für die Ownerschaft
  2. Entscheidet Euch mal, ob Adventure Lab Caches ganz in die Plattform integriert werden oder komplett parallel zu dieser laufen sollen
  3. Stoppt die Inflation der Souvenirs. Lieber weniger, für die man auch wirklich was tun muss, als den Cachern ein Souvenir zu geben, nur weil sie an einem bestimmten Tag cachen gehen

Deine Empfehlung für Neucacher?

Informiert Euch übers Geocachen, zum Beispiel im Cachewiki. Lest die Logs von Caches, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie ein Log ungefähr aussieht. Wenn Ihr selber einen Cache auslegt und Feedback bekommt, fühlt Euch nicht gleich angegriffen. Die Leute, die das Feedback geben, wollen Euch helfen. 

Cache Empfehlungen

Empfehlungen auszusprechen ist schwer, weil die Geschmäcker verschieden sind. Im Hamburger Raum sind Caches von Mystphi und HoyaHH durchweg empfehlenswert. Von Mystphi ist auch mein geilster Cache ever: GC18182 – Voss Margarine.

Adventure Labs

Ähnlich wie Wherigos sind Adventure Labs nichts halbes und nichts ganzes. Der Builder ist nach wie vor sehr rudimentär(oder positiv ausgedrückt: übersichtlich) und die Limitierung auf 5 Stationen erscheint willkürlich. ALCs sind nach wie vor nicht richtig in die Plattform integriert, so bekomme ich als Owner(ich habe selbst einen am Start) keine Mail, wenn einer geloggt wird und auf der Karte werden sie nicht angezeigt, in der App hingegen schon, haben aber wiederum eine eigene App, das und noch viel mehr ist alles sehr verwirrend. Ich habe schon ein paar gespielt, wie den normalen Caches auch, gibt es solche und solche, einige langweilig und schlecht durchdacht, andere machen wirklich Spass.

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